
Zur Geschichte von St. Martin Rintheim:
Rückblick – Wurzeln und Entwicklung
Das Hirten- und Bauerndorf Rintheim wurde 1110 erstmals urkundlich erwähnt und war nach der Reformation lange evangelisch geprägt. Mit wachsender katholischer Bevölkerung entstand der Wunsch nach einer eigenen Kirche. 1922 wurde die Notkirche St. Martin in der Ernststr. 19 eingeweiht. 1923 kam das Hildegardishaus hinzu, in dem Vinzenz-Schwestern einen Kindergarten und eine Nähstube unterhielten und caritative Aufgaben übernahmen. Am 1. Mai 1926 errichtete das Erzbischöfliche Ordinariat Freiburg die selbständige Pfarrkuratie St. Martin - die eigentliche Geburtsstunde der Gemeinde.
Trotz der Zerstörungen durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg (24./25. April 1944) kam das Gemeindeleben nicht zum Erliegen. Die Notkirche öffnete ihre Türen sogar für evangelischen Christen, die hier bis 1952 ihre Gottesdienste feierten: ein frühes und eindrucksvolles Zeichen der Ökumene, die bis heute in Rintheim lebendig ist. 1947 wurde die bisherige Pfarrkuratie zur rechtspersönlichen Kirchengemeinde St. Martin ernannt. Der Bau der neuen Martinskirche (1959) Errichtung und Erweiterung des Gemeindehauses mit Kindergarten (1961-63) stellen weitere Meilensteine dar. Die Gemeindepfarrer - Josef Junker, Wilfried Kirn, Hugo Spinner, Klaus Rapp, Erwin Schmidt und zuletzt Rainer Auer - setzten in ihrer Wirkungszeit unterschiedliche Akzente und prägten, unterstützt von vielen engagierten, aktiven Ehrenamtlichen, das Gemeindeleben und entwickelten es weiter.
Heute – Gemeinde im Wandel
Heute steht St. Martin mitten im Reformprozess „Kirchenentwicklung 2030“ und gehört seit Januar 2026 zur neuen großen Katholischen Kirchengemeinde Karlsruhe St. Stephan. Damit haben sich Strukturen und Verantwortlichkeiten verändert. St. Martin und St. Bernhard bleiben jedoch „Gemeinde“ und bilden ein gemeinsames Gemeindeteam, das gewachsene Strukturen würdigt, die bewährte Zusammenarbeit fortführt und in Kooperation mit dem Kernteam Verantwortung für das Gemeindeleben übernimmt.
Wie genau sich Strukturen und Zuständigkeiten künftig entwickeln, ist offen; doch gerade darin liegen neue Möglichkeiten. Die künftig stärkere Rolle des Gemeindeteams und die Vergrößerung von Gestaltungsspielräumen bieten Chancen.

